LA LA LAND – ein ambivalentes Vergnügen

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La La Land – TanzszeneOriginaltitel: La La Land | Jahr: 2016 | Länge: 128 Minuten | FSK: 0

Gestatten, mein Name ist Fabri, Mr. Chazelle …

und 3 Monate und 8 Tage nachdem Ihr Film sechs Oscars erhalten hat, habe ich es endlich geschafft ihn mir auch mal anzuschauen. Er wurde hochgelobt, entsprechend hoch waren wohl auch meine Erwartungen. Wurde ich enttäuscht? Das hängt von den Maßstäben ab. Sie sagen, der Film ist magisch? Für mich leider nicht. Sie sagen, es ist ein guter Film? Ja, da kann ich mitgehen. Vorab: Was macht für Sie einen guten Film eigentlich aus? Keine Ahnung? Ich auch nicht. Wenn ein Film es schafft Emotionen beim Rezipienten auszulösen, dann hat der Film doch gewonnen, oder? Ich mag Filme die mich emotional berühren. Nach solchen Filmen bin ich glücklich, traurig, melancholisch, inspiriert oder auch voller Elan.

Und La La Land? Ja, ich bleibe in einer Art melancholischen Stimmung zurück und irgendwie fühlt es sich gut an und irgendwie auch nicht, so ist das wohl mit der Melancholie.Mia und Sebastian gehen gemeinsam durchs Studiogelände
Irgendwie fühle ich mich ambivalent (müsste es heißen, meine Gefühle sind ambivalent? Egal.). Der Film ist total schön, aber auch total banal. Das Ende ist großartig und das Licht fantastisch, das steht fest. Aber sonst? Alles an dem Film ist ambivalent.
Die Handlung ist schnell erzählt: Eine angehende Schauspielerin (Emma Stone), die in einem Coffeeshop arbeitet und ein leidenschaftlicher Jazzpianist (Ryan Gosling), der sich mit Gelegenheitsjobs übers Wasser hält, verlieben sich ineinander und müssen dann die beginnenden Karrieren und das Privatleben unter einen Hut bringen. Dabei wird gesungen und getanzt, denn La La Land ist ein Filmmusical.

La La Land kommt mit erstaunlich wenig Protagonisten aus. Mit erstaunlich wenig Dialogen und auch mit erstaunlich wenig Handlung. Dafür gibt es Kulissen und Kostüme und Tanz und Musik und reichlich Anspielungen auf alte Hollywoodfilme. Das finde ich ganz wunderbar, Mr. Chazelle! Es ist kein fröhlicher Film. Der Film ist pur und gleichzeitig total überfrachtet. Ambivalent. Aber nicht hin- und hergerissen. Es ist nicht einer dieser Filme, die sich nicht entscheiden können und am Ende dann eben doch gar nichts sind. Er ist ruhig erzählt und ohne viel Schnörkel, es gibt wenig Sideplots oder Twists. Viel Tiefe hat der Film nicht. Sebastian am KlavierAber nicht jeder Film braucht Tiefe und eine ausgeklügelte Handlung. Es geht eben auch anders und das zeigt La La Land. Emma Stone ist großartig im Film, ob es dafür gleich einen Oscar gebraucht hätte? Weiß ich nicht … Sie vielleicht, Mr. Chazelle?

Man muss sich auf Ihren Film einlassen. Man muss Musik und den klassischen Musicalfilm mögen (sonst ist man bei einem Musicalfilm falsch). Und dann wird man zum Schluss mit einem wunderbaren Ende belohnt. Und vielleicht ist es dann ja doch für den einen oder anderen magisch!

Auf jeden Fall sage ich Danke, Mr. Chazelle, für Ihren Film.


Die in diesem Artikel verwendeten Bilder sind Screenshots aus dem Film LA LA LAND.

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