Wenn der Paketbote gar nicht klingelt, muss man das System ändern!

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Gestatten, mein Name ist Fabri, liebe Paketdienste dieser Welt …

und zugegeben, Sie haben es bestimmt nicht leicht, das Gemecker ist groß und die Anerkennung gering.

Wenn man abends in der Kneipe oder beim Essen mit Freunden eine DHL-Geschichte zum Besten gibt, kann meist jeder in der Runde eine weitere Anekdote beisteuern. Geschichten von Paketen, die laut Benachrichtigungskarte nicht zugestellt werden konnten, weil niemand angetroffen wurde, obwohl man doch extra den ganze Tag zu Hause war! Pakete die woanders abgegeben und die Karte so unleserlich ausgefüllt wurde, dass man den ganzen kriminalistischen Spürsinn aufbringen musste, um das Paket wieder zu finden. Call-Center-Mitarbeiter die einen leider auch nicht weiterhelfen konnten. Und so weiter und so fort.

Die Paketboten kommen dabei fast noch am Besten weg, das System ist Schuld! Das wissen wir durch unzählige TV-Berichte und Printartikel, die Bedingungen sind schlecht, Sklavenarbeit ist das.

Was kann man also tun? Kann man überhaupt was tun oder muss man einfach weiter meckern? Mich beschäftigt diese Frage immer dann, wenn ich gerade zu Hause sitze und auf ein Paket warte, so wie jetzt gerade auch. Es ist ungewiss, ob das Paket heute bei mir abgegeben wird. Die Straße, in der ich wohne, ist recht klein und eng, eine Einbahnstraße, keine Parkmöglichkeit. Meist erhalte ich nur eine Benachrichtigungskarte am Folgetag.

Ich kaufe gerne online, gerne bei amazon und ich liebe amazon-Prime, die Möglichkeit von heute auf morgen etwas zu bestellen und geliefert zu bekommen, großartig! In der Theorie. In der Praxis erhalte ich die Sendungen eben nicht am nächsten Tag und das ist dann dem Paketdienst geschuldet. (Und ja, ich kaufe auch in Geschäften ein.) Meine Hoffnung, amazon gründet ein eigenes Logistikunternehmen (oder kauft sich eins) und liefert die Sendungen dann einfach selber aus, scheint noch in weiter Ferne zu sein. Meine Idee, dass man sich den Paketdienst bei der Bestellung einer Ware aussuchen kann, (ich bin dann auch gerne bereit einen Aufschlag zu bezahlen, wenn ich dafür nicht DHL nehmen muss) gibt es noch nicht.

Und vielleicht würde es das Problem auch gar nicht lösen. Denn so groß ist der Unterschied von Paketdienst zu Paketdienst nicht.

Vielleicht liegt das Problem auch gar nicht nur bei den Diensten!

Ich frage mich, wie viele Menschen wohl eine Ware bestellen, obwohl sie wissen, dass sie nicht zu Hause sein werden? Was denken die denn, was mit der Sendung passiert?

Für solche Menschen ist die Packstation erfunden worden, aber dennoch wird die nicht von allen Bestellern genutzt. Und das bedeutet, dass all diese Pakete vergebens oder eher ins Blaue hinein zugestellt werden müssen. Was für ein überflüssiger Aufwand! Darüber würde ich mich als Paketbote auch ärgern (vielleicht treffen die sich abends in der Kneipe und geben da auch Geschichten zum Besten.)

Es wäre also nur logisch, wenn bei der Inanspruchnahme eines Paketdienstes auch die Eigenverantwortung des Kunden gestärkt werden würde. Und da kommt mir eine Idee. Man müsste beim Paketdienst oder beim Onlineshop auswählen können:

  • ich sitze zu Hause und warte auf mein Paket.
  • ich bin wahrscheinlich nicht zu Hause, aber ein Nachbar wird es annehmen.
  • ich weiß nicht, ob ich zu Hause sein werde, bitte versuchen sie es einfach.

So wie man bei amazon ja auch ankreuzen kann, ob man am Samstag da ist, könnte es auch mit dem voraussichtlichen Liefertag sein. Dazu gibt es dann ein Bewertungssystem mit Statuspunkten für Besteller und Auslieferer. Dann würden Pakete mit Staus “ich warte zu Hause” zuerst ausgeliefert und Pakete mit Status “ich weiß nicht, ob ich da sein werde” könnten, wenn noch Zeit ist, ausgeliefert werden (oder direkt zur Post gebracht werden).

Das wäre doch eine win-win-Situation für den Paketdienst, für den Onlineshop und vor allem für den Verbraucher!

Hört sich für mich ganz schlüssig an, oder?

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